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Gut, dass wir dieses riesige (Wolken-)Gebirge nicht erklimmen müssen.

Kontrast, gestern liebevoller Empfang, heute vertrieben von (zugegeben) privater Sitzbank auf privatem Hof.

Bei Pia, Arndt und Felix haben wir uns wirklich wie zuhause gefühlt! Schön war’s!
Flach (also ohne bergauf/bergab) sollte es heute bis Euskirchen weiter gehen. Hatten wir gestern schon die riesigen Baumschulen gesehen, ging es heute noch weiter mit Europa’s größter Baumschule. Dann gingen die Baumreihen über in Getreide- und Rapsfelder.

Wir waren zwischen 10:30 und 11 Uhr mit einer Reporterin auf der Strecke verabredet. Unterwegs bekamen wir den ersten Anruf, dass sie bereit zum Losfahren sei. Es schien nicht mehr weit bis zum Treffpunkt zu sein, aber es zog sich. Außerdem war der Weg sehr uneben und teilweise mit so groben Steinen versehen, dass das Wandern schwer viel. Aber nach dem großen Rapsfeld trafen wir sie dann. Wir waren gerade 10 km gewandert, so dass es höchste Zeit für eine Pause wurde.

Also suchten wir eine Sitzgelegenheit, die sich allerdings nur neben einer Tür innerhalb einer Außenmauer fand. Das Tor der Außenmauer stand offen. Weil wir eine Sitzgelegenheit brauchten, setzten wir uns auf die Sitzbank, zogen die Schuhe aus und begannen mit dem Interview. Kaum dass wir angefangen hatten, kamen zwei junge Frauen heraus und waren sehr überrascht, uns da sitzen zu sehen. Sie erklärten uns mehrfach, dass dies Privatgelände sei, ließen uns dann aber doch sitzen. Weiter im Interview. Kurz danach kam durch das äußere (offene) Tor ein Auto mit durchdrehenden Rädern hereingefahren. Ein älterer Mann stieg aus und erklärte ebenfalls, dass dies Privatgelände sei und wir könnten doch auch gleich sein Bad und seine Küche benutzen. Da hatte ich schon genug, winkte ab und zog meine Schuhe wieder an. Aber die Bemerkung, dass der Ton die Musik machte, konnte ich mir nicht verkneifen. Wie gesagt, diese Leute hatten alle recht, wir waren wohl auf Privatgelände.

Also schnappten wir unser Zeug und gingen ein Stück weiter, um auf einer öffentlichen Bank, die wir vorher nicht sehen konnten, die Pause und das Interview fortzusetzen. Nachdem die Reporterin gegangen war, setzten wir unseren Weg Richtung Euskirchen fort. Wiedermal mussten wir wegen einer Baustelle einen Umweg gehen. Dabei konnte ich zwei schöne Weinberg-Schnecken vor der Hitze retten und sie ins schattige Gras setzen. Der Rest des Weges verlief unspektakulär. Zunächst kamen wir durch das Industrieviertel von Euskirchen. Unterwegs kaufte Brigitte noch ein paar Sachen für morgen ein. Das Zimmer war von Elke’s Vater bereits gesponsert worden (herzlichen Dank).
Heute will ich aber früher zu Bett, weil morgen eine richtig große Etappe (32 km) ansteht.

Tagesbericht von Reiner Gauß