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Heute ging’s übers Wasser – die Wesermündung bei Bremerhaven

Beim Schuhe anziehen spürte ich heute Morgen eine Übelkeit im Magen, so als wollte er etwas von sich geben. Also brachte ich den Zeitplan durcheinander und legte mich für 20 Minuten nochmal hin. Als es etwas besser war machten wir uns fertig und gingen zum Frühstück, das es im Haupthaus des Hotels gab (unser Zimmer war im Gästehaus). Brigitte ging zum Frühstück, ich wollte den Magen erst nochmal in Ruhe lassen. Meine liebe Frau brachte mir dann etwas mit, was wir aber erst in Bremerhaven verzehrten. Zur Fähre in Nordenham waren erstmal noch 6,8 km zu gehen. Dann war die Fähre natürlich gerade abgefahren, wir konnten Sie noch sehen, aber die Nächste würde ja schon in 30 Minuten fahren.

Hier ist die Weser ganz schön breit und die Fähren hatten viel zu tun. Drüben angekommen schlängelten wir uns durch Bremerhaven Richtung Osten. Aus der Stadt draußen, ging es neben einer vielbefahrenen Straße entlang, nicht sehr angenehm und sehr laut. Wir wußten nicht sicher, ob es in Wehdel, unserem Etappenziel, Einkaufsmöglichkeiten gab oder nicht. Also mussten wir unterwegs schon einkaufen. Auf der Strecke gab es einen bevorzugten Supermarkt, den wir aufsuchen wollten. Laut Karte sollte da irgendwo ein See sein, der allerdings nicht oder nicht mehr da war, dafür ein riesiges Maisfeld. Am Supermarkt gönnte ich mir dann den verpassten Frühstückskaffee in Verbindung mit je einem halben Apfel- und Mohnkuchen, das Mägelchen sendete nämlich verzweifelt Hungersignale aus.

Während Brigitte einkaufte unterhielt ich mich mit dem Paar am Nachbartisch über unser Projekt und wir gaben natürlich unseren Flyer mit. Mittlerweile war es doch ordentlich warm geworden und wir suchten immer die Straßenseite aus, die mehr Schatten versprach. Wie es aussah mussten wir diese Etappe wohl oder übel an der Straße entlang gehen?
Wieder mal bot sich nur eine Bushaltestelle für eine Pause an und die Busfahrerin, die Anstalten machte zu halten, winkten wir weiter. In Wehdel angekommen, waren wir beide in Schweiß gebadet und im Gegensatz zur 36 km Etappe von gestern, ziemlich geschafft.
Evtl. steckte uns der gestriege Tag noch in den Knochen. Unterwegs fragten wir eine Kinderschar wo denn die Schule läge. Ein Junge (etwa 5 Jahre alt) bot gleich an, uns hinzuführen. Natürlich wollten wir das auch keinen Fall, bedankten uns und fanden das Gemeindehaus dann trotzdem gut. Kurz danach kam der örtliche Pastor angefahren, den wir zuvor angerufen hatten. Milo kam mit seiner Mutter noch vorbei und wir erklärten wieder unser Projekt. Milo war sehr interessiert und fragte detailliert nach. Wir danken Pastor Neef und der evangelischen Kirchengemeinde sehr für die Übernachtungsmöglichkeit im Gemeindehaus. Im Vorfeld hatte ich nämlich keine andere Übernachtungsstelle gefunden und Brigitte hatte deshalb beim Pastor angefragt, der uns freundlicherweise die Nutzung erlaubte.

Tagesbericht von Reiner Gauß

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