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Unser Weihnachtsbaum für 2020 ist schon ausgesucht!

Haben gut geschlafen im Gemeindehaus von Wehdel. Da wieder 27km anstanden, wollten wir früh starten und sind kurz nach 7Uhr losgekommen. Die ersten zwei Stunden waren noch angenehm aber dann wurde die Sonne kräftiger. Der Weg führte zwar nicht an der Hauptstraße nach Bremervörde entlang, war aber trotzdem Asphalt. Bei unserer ersten Pause mitten im Wald, kam dann ein Pferd mit einer jugendlichen Reiterin auf uns zu. Bereits 50 Meter entfernt, stockte das Pferd und die Reiterin musste ordentlich antreiben. Es ging dann beinahe schräg an uns vorbei, aber die junge Reiterin meisterte die Situation gut. Nachdem wir weitergegangen waren, kamen wir an einem Bauernhof vorbei, aus dessen Hof ein Jagdhund herausgelaufen kam. Er ( später sahen wir, dass es eine Sie war ) bellte nur einmal und lief auf Brigitte zu. Es ist immer eine schwierige Situation für uns, einen fremden Hund einzuschätzen, vor allem wenn er frei läuft und wir unsere Wanderstöcke in den Händen haben. Der Hund könnte die Stöcke als Schlaginstrumente empfinden, vor allem wenn er schon mal damit geschlagen wurde. Aber hier war es zum Glück ganz anders. Wir hatten plötzlich eine neue Gefährtin! Die Hündin lief einfach mit uns mit. Wenn wir links abbogen ging sie mit, ebenso wenn wir nach rechts abbogen. Was nun? Nach zwei Kilometern versuchte ich die Hündin zurückzuschicken. Geh, ab, nach Hause, fort, zurück auch einige Schritte in die Richtung aus der wir kamen, bewirkten nur, dass sie ein, zwei Schritte in die Richtung ging und wieder stehen blieb. Aber endlich hatten meine Bemühungen Erfolg und sie lief zurück (ohne sich noch einmal umzudrehen).
Als wir dann aus dem Wald herauskamen würde es schnell sehr warm und wieder Asphaltstraße.
Nach einer Sandgrube kamen wir an eine Straße mit Autoverkehr, an der die Gleise einer Bahn entlang führten. An einem Bahnübergang war es höchste Zeit für eine zweite Pause. Im Wartehäuschen für den Bus hatten wir wenigstens Schatten für die Beine und den Oberkörper. Die Füße mussten in der Sonne trocknen. Von da an waren es noch 9km aber unser Wasser ging zur Neige. Brigitte wollte (nicht ganz im Ernst) an einem Friedhof das Wasser auffüllen, aber man wusste ja nicht sicher ob hier eine Zisterne verwendet wurde. Also ließen wir es. Jetzt ging es auch noch an einer Hauptverkehrsstraße entlang. Da tauchte ein Supermarkt auf. Ich setzte mich ins Café und genehmigte mir zwei kleine Stück Kuchen, während Brigitte einkaufen ging. Das Café hatte zwei goldige Kinderstühlchen für Kinder mit dem Schriftzug „kleines Café“ bereitgestellt.
Nach auffüllen unseres Flüssigkeitsspeichers ging es die letzten drei km nach Bremervörde hinein. Hier fuhr ein LKW nach dem anderen durch den Ort. Man fragt sich warum hier keine Umgehung gebaut wird. Im Hotel fiel Brigitte auf’s Bett und schlief gleich ein. Ich fragte mich warum wir diese Etappe als so anstrengend empfanden. Vielleicht weil wir gestern kein richtiges Abendessen hatten, keine Dusche und auch kein Frühstück ? Wer weiß. Heute gibt es jedenfalls wieder alles ??

Tagesbericht von Reiner Gauß