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Ankunft in Lübeck

Nach der gestrigen Aufregung über das verlorene Handy und dadurch 30 statt 25 km, wollten wir wenigstens in Ruhe zu Abend essen. Im Hotel war ein Restaurant dabei, so dass wir das Haus nicht mehr verlassen mussten. Außerdem schmeckte es sehr gut. Weil für heute nur 20 km geplant waren, starteten wir erst kurz vor 8 Uhr. Erst eine Strecke an der Straße entlang, dann in den Wald, zu den blutrünstigen kleinen fliegenden Biestern, die in Schwärmen um uns herumflogen. Einige konnten wir erschlagen, mal sehen heute Abend wie viele zum Stich kamen.

Dann gelangten wir an die Wakenitz, die bereits seit dem Mittelalter aufgestaut ist. Mit den großenteils naturbelassenen Ufern und den vielen Feuchtgebieten daneben, wird das Gebiet auch „Amazonas des Nordens“ genannt. In Bezug auf die Stechfliegen können wir das bestätigen. Meinen geplanten Weg hätten wir um fünf Kilometer abkürzen können, wenn wir dem Fahrradweg gefolgt wären. Allerdings war der Weg, entlang des Wakenitz-Wassers sehr viel schöner.

Es ging an sehr vielen Schrebergärten vorbei, die zum größten Teil sehr schön hergerichtet und voller Blumen und Obstpflanzen waren. Mit einer Architektin kamen wir ins Gespräch, der es gelungen war, zufällig einen zur Pacht anstehenden Schrebergarten zu mieten. Als sie von unserem Projekt hörte, sagte sie: „das ist der Traum meines Mannes, so durch Deutschland zu wandern“. Ein Stück weiter waren zwei Zelte aufgeschlagen und zwei Jugendliche saßen drin bzw. standen davor. Ob sie denn hier übernachten fragte ich sie, was sie bestätigten. Sie angelten Karpfen, auch Nachts und schliefen dann in den Zelten.

Unser Weg führte dann etwas weg vom See, durch ein Villenviertel mit imposanten Gebäuden bevor wir durch ein Viertel kamen, das schöne ältere Fassaden hatte aber renovierungsbedürftig war.

In Lübeck wurden wir von Margitta, Maria, Helmut und Werner erwartet, die die restliche Strecke bis Kiel mit uns wandern würden. Sandra und Tom werden morgen (Sonntag) wieder nach Hause fahren und uns in einer Woche, nachdem wir Kiel erreicht haben, bei Stralsund erwarten.
Margitta und Werner hatten wir ebenfalls auf unserem Jakobsweg 2014 kennengelernt und seitdem den Kontakt mit ihnen gepflegt. So übergaben Sandra und Tom nun den „Staffelstab“ (auf uns aufzupassen) an Margitta, Maria, Helmut und Werner. Wer da auf wen aufpassen muss wird sich noch zeigen, denn ich allein habe die genauen gpx-Wegestrecken ?

War das ein freudiges Wiedersehen mit den Pilgerfreunden, mit denen wir uns seit unserem Kennenlernen jährlich treffen! Fast alle waren ebenfalls in der JuHe untergekommen und so gingen wir unsere Rucksäcke auf’s Zimmer ( im 4. OG ) bringen. Dann wollten wir eine Kleinigkeit essen und trinken gehen, wir waren hungrig. Brigitte und ich gingen dann einkaufen. Als wir wieder raus kamen, regnete es ziemlich stark. Um 18 Uhr waren wir mit den Anderen zum Abendessen und zum kleinen Rundgang durch die Stadt verabredet.

Tagesbericht von Reiner Gauß