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Die Frage wurde mir so oft gestellt, dass ich es nicht mehr zählen kann. Als wäre es Standard, einen Herzfehler seines Kindes in der normalen Schwangerschaftsvorsorge diagnostiziert zu bekommen.

Was hätte sich geändert? Höchstwahrscheinlich mein Vorbereitet-sein. Das Trauern um das wohlverdiente kuschelige Wochenbett wäre früher vollzogen worden, hätte mich nicht so überfahren, als wir es am fünften Lebenstag unseres Sohnes erfahren haben. Per Zufall, da das Antibiotikum für die Neugeboreneninfektion die Sättigung nicht pushte und das Ultraschallgerät zum Einsatz kommen musste.

Ich habe ihm zwei Tage Liebe geschenkt, ehe er verlegt wurde.

Mein Sohn hat keine Verbindung zur Lunge, ein Loch im Herzen und eine undichte Wand.
Als mir die Ärzte das sagten, dachte ich, dass ich meinem Sohn nicht die Möglichkeit gegeben hatte, sich fertig zu entwickeln. Dass mein Körper boykottiert hätte, trotz ausgewogener Ernährung und Verzicht. “Wussten sie es schon vorher?” Nein, natürlich nicht.

Ich dachte, dass sich alles prächtig entwickeln würde, da meine Tochter gesund ist. Sie hat ein vollständiges Herz in ihrer Brust schlagen, alle Chromosomenpaare beisammen.

Was ich ihm durch dieses Nichtwissen jedoch geschenkt habe, war eine spontane, natürliche Geburt mit meiner Lieblingshebamme in meiner Lieblingsklinik. Ich habe ihm zwei Tage Liebe geschenkt, ehe er verlegt wurde; habe ihn kennenlernen können. Und als es dann so weit war, als die erste OP und die Kathetereingriffe besprochen und durchgeführt wurden, war ich mir sicher, dass er unser kleiner Kämpfer sein wird. Dass wir ihm so viel Liebe mitgeben werden, damit er aufwachsen darf.

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Die zweite OP steht noch an. Aber jetzt verzaubert er uns mit seinem Lachen, er gibt uns Kraft, indem er seine süßen Babygeräusche zum Besten gibt. Er hat sich wunderbar erholt, darf jetzt glücklich sein.

“Wussten Sie es schon während der Schwangerschaft?” Nein. Wir geben uns trotzdem den größten Halt füreinander. Als Familie.

Und die Medizin war trotzdem schnell genug, ihm zu helfen. An dieser Stelle bedanken wir uns beim BVHK und den Mitarbeitenden in den Kliniken, die uns zur Seite gestanden haben. Und natürlich vielen, vielen weiteren Menschen, die mit uns diesen Weg gehen, uns eine Stütze sind, uns helfen. Danke. ♡

 

 

 

 

Bildquelle: Walter Krogh Photography

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