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Ein 4-jähriger Junge hatte starke Zahnschmerzen. Er stirbt, nachdem er beim Kinderzahnarzt für eine Kariesbehandlung mit Midazolam und Lachgas sediert worden ist. Besondere Umsicht bei einer Zahnbehandlung ist bei herzkranken Kindern notwendig, und zwar nicht nur bei einer Sedierung, sondern in bestimmten Fällen auch bezüglich einer Endokarditisprophylaxe.

Weil der 4-Jährige als verhaltensauffällig bekannt war und sich stark wehrt, empfiehlt der Kinderzahnarzt eine leichte Sedation, die eine Zahnarzthelferin vornimmt. Nach der Behandlung kommt der Zahnarzt in den Aufwachbereich zurück. Das Kind (in der Obhut der Helferin) ist zyanotisch und hat aufgehört zu atmen. Ein Pulsoxymeter gibt es in der Praxis nicht. Das Team beginnt umgehend mit der Wiederbelebung. Der Rettungsdienst bringt den Jungen unter fortgesetzten Reanimationsversuchen in die Klinik. Als sie dort eintreffen, ist das Kind bereits tot.

Dieser Fall hätte laut Experten der Universität Illinois in Chicago leicht verhindert werden können. Ein Kariesbefall an Milchzähnen könne durchaus auch mit weniger riskanten Maßnahmen behandelt werden, z. B. mit 38%igem Silberdiaminfluorid, das einfach auf die kariöse Stelle gepinselt wird.

Auch eine Anästhesie in einer niedergelassenen Praxis durch Personal ohne ausreichende Erfahrung und ohne ärztliche Überwachung ist gefährlich. Schon bei herzgesunden Kindern ist vielen Anwendern das Risiko der Substanzen bei einer einfachen Sedation wie Benzodiazepine, Lokalanästhetika und vor allem auch Lachgas nicht bewusst. Sie können gravierende Nebenwirkungen haben, die von der Hypoxämie über die Atemdepression bis hin zum Tod reichen können.

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